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Kfz-Sachverständigenbüro Kreusch Aktuelle Informationen

Winterschlaf

In diesem Jahr sind wirklich die letzten schönen Herbstwochenenden noch bis weit in den November im Cabrio oder Oldtimer zu geniessen. Doch nun ist Weihnachten schon ganz nahe und zumindest einen Tag braucht man schon, um sein Gefährt für die Überwinterung fit zu machen. Wir haben hier mal zusammengestellt was alles zu tun ist.

Neben der Reinigung mit Schwamm und Staubsauger sollte man alle losen Bodenbeläge, auch aus dem Kofferaum , herausnehmen. Stößt man hierbei auf feuchte oder modrige Stellen. ist unbedingt weitere Ursachenforschung (Gummiprofile des Verdecks, Schiebedachentwässerung) angesagt.

Leder: Tierhäute behandelt man am besten mit dem, was der Fahrzeughersteller in der Bedienungsanleitung empfiehlt - im übrigen bietet der Handel entsprechende Pflegemittel an.

Lack: Nach Hand- oder Maschinenwäsche (Cabrios dürfen meist nicht in die Waschanlage) die Lack-Oberfläche penibel kontrollieren: Reste von Vogelkot, Ausscheidungen von Insekten, Absonderungen von Baumharzen sind teilweise schwer erkennbar, sie können sich aber bei längerer Einwirkzeit bis aufs Blech durchfressen. Dass bei der Gelegenheit Steinschlagschäden ausgebessert werden sollten, versteht sich von selbst. Und: Ab und zu tut dem Lack auch ein Auftrag von Hartwachs gut.

Unterbodenschutz: Besonders bei älteren Baujahren lohnt sich ein Check von Unterboden und Radhäusern: Haben die Schutzschichten Verletzungen oder, höchste Alarmstufe, Ablösungen bzw. Korrosions-Spuren? Eine fundierte Diagnose setzt allerdings Hebebühne, gute Beleuchtung und Dampfstrahler-Einsatz voraus. (Siehe „Technik“)

Cabrioverdeck: Rissbildung, aufgeplatzte Nähte? Es sollte genau in Augenschein genommen werden. Den Gummiprofilen tut auf jeden Fall eine Behandlung mit speziellen Produkten (z.B. Silicon) gut. Das Verdeck wird im Regelfall nur trocken oder feucht abgebürstet (in Fahrzeug-Längsrichtung, von vorne nach hinten), allenfalls mit klarem Wasser abgespritzt. Zur Fleckenentfernung sollte man nur das verwenden, was der Fahrzeughersteller empfiehlt. Die Ruhezeit verbringt das Auto dann mit geschlossenem Verdeck.

Fällige Inspektionen in jedem Fall vorziehen oder durch den Fachbetrieb eine „Winterinspektion“ durchführen lassen. Der Arbeitsumfang enthält zum einen sinnvolle Stillegungs-"Elemente", zum anderen erkennt der Fachmann natürlich besser, was aktuell oder in Kürze reparaturbedürftig ist. Schließlich wollen Sie den Frühjahrs-Start nicht unbedingt mit Werkstatt-Terminen wegen tropfender Wasserpumpe oder mürbem Auspufftopf beginnen.


Motor: Genutztes Öl enthält korrosionsfördernde Bestandteile, also wechseln. Nicht gut ist es (für die Schmierung zwischen Kolben und Zylinderwand), den Motor ab und zu kurz laufen zu lassen. Das Einfüllen eines speziellen Korrosionsschutzöls ist nur bei mehrjähriger Ruhepause notwendig.

Kühlsystem: Frostschutzfaktor prüfen, ggf. ergänzen.

Kraftstoffsystem: Tank auffüllen, um Rostbildung im Inneren zu verhindern (entfällt bei Kunststofftanks)

Batterie: Sie altert immens rasch, wenn sie nicht nachgeladen wird. Abhilfe: Spezielles "Erhaltungs"-Ladegerät anschaffen, oder alle zwei bis drei Monate einige Stunden ans Standard-Ladegerät hängen.

Fahrwerk: Am besten Auto aufbocken, das entlastet Reifen und Radaufhängung. Zumindest aber Luftdruck im Reifen auf 3-4 bar erhöhen.

Sonstiges: Handbremse nicht anziehen - die Beläge könnten "festkleben". Autofenster zur Durchlüftung einen Spaltbreit öffnen.

Optimal ist ein klimatisierter Raum, in dem Temperatur (ca. 15 Grad) und Luftfeuchte (relative Luftfeuchte von ca. 40 %, messbar mit dem Hygrometer) konstant eingehalten werden - so wird eine Kondenswasserbildung (Hohlräume!) weitgehend vermieden. Textilien, Gummi, Leder fühlen sich in dem Umfeld ebenfalls recht wohl. Zu meiden wäre auf jeden Fall ein schlecht durchlüfteter Lagerort, der als Folge, zumindest bei unseren Witterungsverhältnissen, dann auch immer zu feucht ist. Den Luxus einer Klimakammer wird man sich meist nicht leisten können, einige Firmen (Anzeigen in Oldtimer-Fachzeitschriften) bieten aber einiges zur Luftbesserung an.

Es gibt hier elektrische Luftentfeuchter (230 V) sowie aufblasbare Kunststoffhüllen, die entweder von Ventilatoren (12 V) durchblasen werden oder in die Behälter mit einem speziellen Trocken-Granulat, dem die aufgenommene Feuchtigkeit im Haushalts-Backofen wieder entzogen werden kann, gestellt werden. Gegen das Einstauben hilft im übrigen ein Baumwolltuch ("Bettlaken". Kunstfaserstoffe oder gar Plastikfolien sollte man wegen der mangelhaften Feuchtigkeits-Durchlässigkeit nicht verwenden.

Freuen Sie sich schon jetzt auf das Frühjahr: Mit diesen Maßnahmen dürfte sichergestellt sein, dass der Start problemlos vonstatten geht.

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(Quelle: ADAC-Oldtimer Newsletter)